Donnerstag, 28. Mai 2009

Sommerzeit





Sommerzeit und Sonnenschein...

Ich schnappe mir den knurrigen Fellsack und trage Mathilde das erste mal die Stufen herunter in eine andere Welt. Da sie sich sicher in der Küche bewegen kann und ihr Klo findet (oder davor macht), das Essen findet (wenn es Rinderbraten ist), ihren Schlafplatz besetzt, möchte ich Mathilde weiter zurück in das Leben holen. Obwohl blind, ziemlich taub, tüttelig, vergesslich - in Mathildes Kopf ist das Leben voller Aufregungen. Jeder Schritt, jede Sekunde muß sie sich erkämpfen in einer sich ständig verändernden Umwelt.

Und wie sie sich nun verändert, Mathilde landet im Hof. In neuen Gerüchen, ihre Pfoten fühlen Erde, ihre Ohren hören andere Dinge. Mathilde ist im Paradies...



Wenn ich ehrlich bin, bin eher ich im Paradies.
Ich liege im Sonnenstuhl, genieße den Kaffee,
fühle mich als SUPERKATZENMAMMI, gebe damit an und
die vierfüßige Hauptperson sucht verzweifelt ihr Klo...




oder sucht miauend ihren Korb...





ich sitze höchstens drei Minuten,
dann miaut sie unter dem Pfefferminz hervor
oder hängt im Rosenbusch,
zu guter Letzt ist sie in der Unendlichkeit verloren...



Aber, ich gebe ja nicht auf!

Mathilde wird beruhigt, zu ihrem Korb zurück getragen, und auf ein Neues in die weite Welt des Gartens entlassen!








Mit ein bißchen Übung gelingt es dieser alten Dame, sich auf den Garten einzulassen, Mathilde marschiert herum!




Etwas, was sie in der Wohnung nie macht, sie geht auf Wanderschaft. Sie schnuppert verzückt an meinen Zehen, sie pieselt unter den Busch, sie liegt im Schatten, sie liegt in der Sonne, sie miaut, sie schnuppert am Lavendel, sie lebt auf.

Und in Sekundenschnell entschwindet diese blinde Dame aus meiner Nähe. So alt wie sie ist, so wachsam muß ich sein. Wie gut, dass das Hoftor Mathilde zurück hält, sie könnte in kürzester Zeit verschwinden.





Und manchmal, ganz heimlich, macht die alte Dame sich lang, länger, sonnenlang.
Dann liegt sie still in der Sonne und ich bin in der Lage mal drei zusammenhängende Seiten in einem Buch zu lesen. Nicht dass sie mich dann stört, aber ich mutiere schon zu einer richtigen Katzenmammi: Besorgt schleppe einen Wassernapf an, reiche ihr Kühlung, verjage die frechen Amsel, und trage sie dann und wann zur Pippi- Stelle.


Kommentare:

  1. Ach herrlich :) Toll mal wieder von euch zu lesen. Und das es Mathilde so gut geht freut mich. Das sie sich so wohl fühlt draußen kann ich mir gut vorstellen, welche Katze würde das nicht tun. Da vergisst sie dann sogar mal ihr Alter, ist ja auch alles ganz schön aufregend. lg Katzenmami

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  2. Herrliche Bilder - wie schön, mal wieder von Euch zu hören!! I. mit "Jolanthe"

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  3. was eine hübsche katze. ihr körper strahlt zufriedenheit aus.

    gruß
    alex

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